Was die Zahlen wirklich sagen
Verheiratete leben statistisch länger – aber daraus folgt nicht, dass Heiraten dein Leben verlängert. Die Schweizer BFS-Sterbetafeln 2018/2023 weisen für 65-jährige verheiratete Männer 20,8 weitere Lebensjahre aus, für ledige 16,4. Bei Frauen sind es 24,1 gegenüber 20,4 Jahren. Gemeint sind verbleibende Lebensjahre ab 65, nicht das Lebensalter insgesamt. „Ledig“ bedeutet hier nicht einfach „lebt allein“.
Warum der Trauschein nicht die Erklärung ist
Die Gruppen unterscheiden sich nicht nur im Zivilstand. Gesundheit, Einkommen und Lebensstil können sowohl mit dem Heiraten als auch mit der Lebenserwartung zusammenhängen: Das sind mögliche Selektionseffekte. Die BSV-Einordnung nennt auch emotionale Unterstützung, weniger Risikoverhalten und Gesundheitsprävention als mögliche Erklärungen. Die Statistik trennt diese Einflüsse nicht in einen persönlichen Ehe-Bonus auf.
So prüfst du die nächste Schlagzeile
- Prüfe die Bezugsgruppe: Hier geht es um Menschen mit 65 in der Schweiz, nicht um alle Altersgruppen weltweit.
- Unterscheide Zusammenhang und Ursache: „Verheiratete leben länger“ belegt nicht „Heiraten schenkt dir vier Jahre“.
- Nimm eine konkrete Anregung mit: Verabrede dich etwa mit einer verlässlichen Person zum regelmäßigen Spaziergang oder vereinbart gegenseitige Unterstützung bei wichtigen Terminen.
Was du daraus nicht ableiten solltest
Soziale Kontakte kannst du unabhängig vom Zivilstand pflegen. Der Spaziergang ist eine alltagstaugliche Idee, keine durch diese Zahlen belegte Garantie für zusätzliche Lebensjahre. Auch die Qualität einer Partnerschaft zählt; eine Ehe ist nicht automatisch schützend. Die Durchschnittswerte sagen nicht voraus, wie lange du persönlich leben wirst.
Quellen
Ausgewählte Referenzen, die diesen Tipp prüfen oder stützen.
- Sterbetafeln 2018/2023 Bundesamt für Statistik (BFS) · government
- Verheiratete leben länger Soziale Sicherheit CHSS / Bundesamt für Sozialversicherungen · government
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